Rohrsanierung mit Inliner-Verfahren – Ablauf, Vorteile und Einsatzgebiete

08. September 2026

Beschädigte oder undichte Rohre müssen nicht zwangsläufig aufwendig freigelegt und ersetzt werden. Das Inliner-Verfahren hat sich in den vergangenen Jahren als moderne Alternative zur klassischen Rohrsanierung etabliert. Dabei können beschädigte Leitungen von innen saniert werden, ohne Böden, Wände oder Außenanlagen großflächig öffnen zu müssen. Doch wie funktioniert das Verfahren, wann kommt es zum Einsatz und welche Vorteile bietet es?

 

Was ist das Inliner-Verfahren?

Das Inliner-Verfahren ist eine grabenlose Methode zur Sanierung beschädigter Abwasserleitungen. Dabei wird ein mit Spezialharz getränkter Schlauch – der sogenannte Inliner – in das vorhandene Rohr eingebracht. Nach dem Einsetzen härtet das Material im Rohr aus und bildet eine neue, stabile Innenwand. Auf diese Weise entsteht ein nahezu nahtloses Rohr im bestehenden Rohr, das Risse, Undichtigkeiten oder kleinere Schäden dauerhaft verschließt. Das ursprüngliche Rohr bleibt dabei erhalten und dient weiterhin als tragende Konstruktion.

 

Wann eignet sich das Inliner-Verfahren?

Nicht jede Rohrbeschädigung erfordert den vollständigen Austausch der Leitung. Das Inliner-Verfahren bei der Rohrsanierung eignet sich insbesondere bei:

 

  • Rissen und Undichtigkeiten
  • Korrosionsschäden
  • Wurzeleinwuchs
  • altersbedingtem Verschleiß
  • kleineren Versätzen innerhalb der Rohrleitung

Vor jeder Sanierung erfolgt in der Regel eine Kamerainspektion. So lässt sich der Zustand der Leitung genau beurteilen und feststellen, ob eine Sanierung mit einem Inliner technisch möglich ist.

 

Wie läuft eine Rohrsanierung mit dem Inliner-Verfahren ab?

Eine Rohrsanierung mit dem Inliner-Verfahren erfolgt in der Regel in folgenden Schritten:

1. Kamerainspektion

Zunächst wird das Rohr mit einer Spezialkamera untersucht. Dabei werden Schäden lokalisiert und dokumentiert. Gleichzeitig kann geprüft werden, ob das Rohr für eine Inlinersanierung geeignet ist.

2. Reinigung der Rohrleitung

Vor der eigentlichen Sanierung wird das Rohr gründlich gereinigt. Ablagerungen, Wurzeln oder andere Verschmutzungen müssen entfernt werden, damit der Inliner später optimal an der Rohrwand anliegt.

3. Einbau des Inliners

Der vorbereitete Schlauchliner wird mithilfe von Luft- oder Wasserdruck in das beschädigte Rohr eingebracht. Dabei legt er sich vollständig an die Innenwand der Leitung an.

4. Aushärtung

Anschließend härtet das Spezialharz aus. Je nach Verfahren geschieht dies bei Raumtemperatur oder durch den Einsatz von warmem Wasser, Dampf oder UV-Licht.

5. Abschlusskontrolle

Nach der Aushärtung wird das sanierte Rohr erneut mit einer Kamera überprüft. So kann kontrolliert werden, ob die Sanierung fachgerecht durchgeführt wurde und die Leitung wieder vollständig funktionsfähig ist.

 

Welche Vorteile bietet das Inliner-Verfahren?

Die Kanalsanierung mit dem Inliner-Verfahren bietet zahlreiche Vorteile gegenüber einer klassischen Erneuerung der Rohrleitung.

Keine aufwendigen Erdarbeiten: da das Rohr von innen saniert wird, müssen Böden, Einfahrten oder Gartenanlagen in vielen Fällen nicht geöffnet werden. Das spart Zeit und reduziert den Aufwand erheblich.

Kürzere Bauzeit: die Sanierung kann häufig innerhalb kurzer Zeit durchgeführt werden. Im Vergleich zu einer vollständigen Erneuerung der Leitung sind die Arbeiten meist deutlich schneller abgeschlossen.

Geringere Beeinträchtigung: da keine umfangreichen Bauarbeiten erforderlich sind, werden Anwohnerinnen und Anwohner sowie Grundstückseigentümer deutlich weniger belastet.

Lange Lebensdauer: moderne Inliner bestehen aus hochwertigen Materialien und erreichen eine hohe Stabilität. Bei fachgerechter Ausführung kann die sanierte Leitung viele Jahrzehnte genutzt werden.

Wirtschaftliche Lösung: da Erdarbeiten und umfangreiche Wiederherstellungsmaßnahmen häufig entfallen, kann das Inliner-Verfahren in vielen Fällen eine wirtschaftliche Alternative zum vollständigen Austausch der Rohrleitung darstellen.

 

Wo kommt das Inliner-Verfahren zum Einsatz?

Die Kanalsanierung mit dem Inliner-Verfahren eignet sich sowohl für private als auch für gewerblich genutzte Gebäude.

Typische Einsatzbereiche sind:

 

  • Ein- und Mehrfamilienhäuser
  • Wohnanlagen
  • Gewerbeimmobilien
  • öffentliche Einrichtungen
  • Grundstücksentwässerungen
  • Hausanschlussleitungen

Gut zu wissen: auch schwer zugängliche Leitungen lassen sich häufig auf diese Weise sanieren, ohne dass größere Bereiche geöffnet werden müssen.

 

Wann ist das Inliner-Verfahren nicht geeignet?

Trotz der vielen Vorteile gibt es Situationen, in denen eine klassische Erneuerung notwendig sein kann.

Ist das Rohr beispielsweise stark eingestürzt, erheblich verformt oder weist große Querschnittsverluste auf, reicht eine Sanierung von innen oftmals nicht mehr aus. Auch bei sehr starken Lageabweichungen der Leitung kann ein Austausch erforderlich sein.

Ob eine Rohrsanierung mit dem Inliner-Verfahren möglich ist, lässt sich erst nach einer gründlichen Kamerainspektion zuverlässig beurteilen.

 

Zusammenfassung

Das Inliner-Verfahren bietet eine moderne und effiziente Möglichkeit, beschädigte Rohrleitungen dauerhaft zu sanieren, ohne umfangreiche Erdarbeiten durchführen zu müssen. Durch die grabenlose Bauweise lassen sich viele Schäden schnell, wirtschaftlich und mit vergleichsweise geringer Beeinträchtigung beheben.

Besteht der Verdacht auf Schäden an einer Rohrleitung oder steht eine Sanierung an, sollte der Zustand zunächst fachgerecht geprüft werden. Über das Kontaktformular können Sie eine unverbindliche Anfrage stellen und sich zu den Möglichkeiten einer Rohrsanierung mit dem Inliner-Verfahren beraten lassen.